Matzener Kreuze

Vor dem Bau der neuen Donatuskirche im Oberdorf 1846 stand an der Kreuzung Sonnenpesch/Donatusstraße die alte Matzener Kirche. Gleich daneben war auch der Matzener Friedhof. Das war auf dem heutigen Grundstück "Schaal".

Dort befand sich noch bis in die 70er Jahre hinein in der Mauer ein Kreuz, das an die alte Kirche erinnern sollte.

Das Kreuz ist leider mit dem Abbau der Mauer verschwunden und nicht mehr aufgetaucht.

Das Grabkreuz bei der Pott-Hütte auf Weissen Stein

In der eingezäunten Freizeitanlage von Johann Pott (+), Bitburg, steht ein Grabkreuz aus dem 20. Jahrhundert.

Die sogenannte „Pottens Hütte“ befindet sich zwischen Matzen und Fließem, rechts neben einem schmalen Waldstreifen, dem Aderangskamm.  Die Matzener nennen die Flurbezeichnung aus "Weissen Stein".

Früher befand sich auf diesem Gelände ein alter Steinbruch, in dem die Matzener ihre Bruchsteine für den Hausbau gewannen. Hiervon zeugen die blanken  Sandsteinwände am westlichen Ende des Geländes.

Auf dem nunmehr als Freizeitgelände genutzte Areal steht noch immer das Gebäude, in dem früher ein Stein-Brechanlage installiert war.

Ein geteerter Wirtschaftsweg geht an der Zufahrt vorbei.

Die Inschriftenplatte wurde vom Kreuz entfernt.

Der untere Teil des Mittelbalkens vom Abschlußkreuz fehlt.

Grabkreuze dieser Stilart findet man heute noch auf fast jedem älteren Friedhof.

Quellen: Text, Foto und Zeichnung (05.10.1990) und Foto: Lothar Monshausen, Bitburg ); Ergänzung durch H. J. Fuchs, Matzen.

Das alte Nischenkreuz beim Kempenhof

An einem Feldweg steht, nordöstlich von Irsch, 500 m vom Kempenhof entfernt, dieses alte Nischenkreuz aus der Pestzeit

Aus dem Aufnahmeloch des schweren Sockelsteins erhebt sich ein zuerst vierkantiger Schaft, der bald zu einem Achkant gearbeitet wurde. Die Übergänge sind mit Blumen- und Blattornamenten verziert.

Unterhalb des einfachen, zweistufigen Kapitells ist die Erichtungsjahreszahl 1600 eingemeißelt. Das Sandstein-Abschlußkreuz ist nicht das Original, denn der Bitburger Bildhauer Roger Delleré schuf dieses und einige andere im Raum Bitburg in den achtziger Jahren.

Leider ist der Schaft nicht mit einer entsprechenden Inschrift versehen, so dass der Errichtungsgrund heute wohl für immer im Verborgenen bleibt.

Da das alte Flurdenkmal sich an der höchsten Stelle des historischen Wegs nach Erdorf befindet, ist es weithin sichtbar und wurde früher sicherlich auch als Orientierungshilfe benutzt. ( Höhe über NN 351 m). 

Quellen: Text, Zeichnung (05.10.1990) und Foto: Lothar Monshausen, Bitburg )

Wegekreuze und Bildstöcke im Kreis Bitburg von Jacob Georg Meyer,

Das Evendkreuz

Das Evend-Kreuz - Zeichnung von Lothar MonshausenWenn man von Bitburg nach Erdorf fährt (B 257 ), dann sieht man rechts, beim Matzener Wohnplatz „Sonnenhof“ einen geteerten Wirtschaftsweg zur Bitburger Albachstraße hin abzweigen.

An diesem Weg steht, an der Ecke des zweiten links abbiegenden Weges zum „Sperberwäldchen“ ein altes Schaftkreuz aus dem 17. Jahrhundert. Bei der Flurbereinigung Matzen wurde das alte Kulturdenkmal im Jahre 1985 an seinen heutigen Standort versetzt. Früher stand es ca. 50 m weiter nördlich an einer Wegebiegung, die bei der Flurbereinigung begradigt wurde.

Der Name „Evendkreuz“, oder früher auch „Clemanteskreuz“ genannt, stammt von einem Wohnplatz mit Kapelle (ähnlich Irsch), der nach der Pestzeit aufgegeben wurde. Auch heute noch heißt die offizielle Lagebezeichnung noch „Auf Evend“. Die Kapelle soll dem hl. Clemens geweiht worden sein.

Folgende, noch relativ gut zu deutende Inschrift bedeckt den Schaft:

NEVMENS CLOS VON MATZEN VND SIN HAVSF CATHARINA
HABEN DIS CREVTZ ZU EHR (EN) GOTTES AYFGERICHT

ANNO 1653

In die Kapitellvorderseite wurde eine flache Rundbogennische eingehauen. Hier sehen wir die Inschrift:

ST NICOLAVS

Sockelstein und Abschlusskreuz wurden bei der Renovierung im Jahre 1985 neu hergestellt, die Originalteile sind schon vor langer Zeit zerstört.

 

Quelle: Text, Foto und Zeichnung (03.01.1992): Lothar Monshausen, Bitburg ),
„Wegekreuze und Bildstöcke im Kreis Bitburg von Jacob Georg Meyer – Kreuz Nr. 41 – im Bedahaus Bitburg

 

 

Nach einer Beschädigung bei einem Verkehrsunfall wurde das Kreuz im Jahr 2015 neu aufgerichtet und ein wenig renoviert, wie das nachfolgende Foto zeigt:

2015-08-03-Ewen-Kreuz.jpg 

 

 

 

Das Unfallkreuz am Sonnenhof

Beim Sonnenhof steht, etwa 100 m östlich der Abzweigung nach Matzen (nach Erdorf zu), auf der linken Straßenseite ein neu errichtetes Schmiedeeisenkreuz.

Es erinnert an einen schweren Verkehrsunfall am Martinstag 1990, der fünf Todesopfer forderte.

Auf einer Messingplakette kann man die folgenden Namen der Toten mit deren Geburtstag lesen:

11.11.1990

Gilgenbach Elisabeth       * 1926
Gilgenbach Günter           * 1934
Konrath Cäcilia                  * 1972
Lenz Norbert                      * 1972
Spoden Markus                 * 1973

Zwei Fahrzeuge prlallten morgens um 10 Uhr mit hoher Geschwindigkeit aufeinander.

Quellen: Text, Zeichnung und Foto: Lothar Monshausen, Bitburg ) 

Das alte Nischenkreuz beim Sonnenhof

Früher stand dieses alte Nischenkreuz aus dem 17. Jahrhundert unmittelbar gegenüber dem Wohnplatz „Sonnenhof“, an der rechten Straßenseite der Bundesstraße 257. 

Im Jahre 1986 wurde es im Zuge der Flurbereinigung neben die Ortszufahrt ( K 79 ) nach Matzen versetzt und von einem ansässigen Bildhauerbetrieb vollständig restauriert.

Sockelstein, Schaft und Nische stammten damals noch aus der Errichtungszeit (vermutlich um das Jahr 1600).

Einige Jahre nach der Renovierung wurde das alte Kulturdenkmal bei umfangreichen Straßenbaumaßnahmen an der Kreuzung B 257 / K 70 irreparabel beschädigt.

Heute steht, etwa zehn Meter weiter nach Matzen zu eine fast vollständige Nachbildung des alten Kreuzes ( Der untere Schaftteil ist neu ). Die früher schwer zu deutende Inschrift gibt uns einen Hinweis auf den Errichter:

„DIS CRVTZ HAT WEILERS EKVERT V. MATZEN

GOT ZV EHREN LASEN MACHE“

Früher war die Nische durch ein Eisengitter geschützt, die Dübellöcher sind heute noch deutlich zu erkennen.

Quellen: Text und Zeichnung (11.10.1986): Lothar Monshausen, Bitburg )

Jacob Georg Meyer: „Wegekreuze und Bildstöcke im Kreis Bitburg“ – Kreuz Nr. 43, Bibliothek Haus Beda

  

Der Kreuzrest am Aufgang zur Matzener Kirche

Beim Treppenaufgang zur Matzener Kirche befindet sich in einer hohen Bruchsteinmauer ein Kreuzfragment aus dem Jahre 1866.

Im Jahre 1987 (siehe Zeichnung) war der rote Sandstein in einem denkbar schlechten Zustand. Die Verwitterung war so stark, dass man die feine Inschrift nur noch schwer deuten konnte. Der folgende Text gibt dem Betrachter einen Hinweis auf den Errichtungsgrund:

„Zu Ehren der schmerzhaften Mutter Maria und zur heilsamen Erinnerung an die Schreckenstage von 1866“

Das früher wohl freistehende Kreuz ist eine Erinnerung an die Choleraopfer der Gemeinde Matzen. Beim Umbau der Sakristei ist der Sockelstein und das Abschlußkreuz verloren gegangen.

In der Gemeinde Mötsch findet man ein noch guterhaltenes Turmkreuz aus dem gleichen Errichtungsjahr. Auch dieses erinnert an die Choleraepidemie im Bitburger Land.

Im Jahr 1991 wurde das Matzener Denkmal restauriert und neu in die Mauer eingesetzt.

Quelle: Text, Foto und Zeichnung (19.07.1987): Lothar Monshausen, Bitburg )

Das Schaftkreuz an der Lerchenstraße

Das hier abgebildete hohe Schaftkreuz ( Höhe 2,10 m) steht in Matzen an der Einmündung der „Lerchenstraße“ in die Straße „Neuer Messenweg“. Es steht hier auf dem Bürgersteig vor einer dichten Hecke.

Das früher mehrmals stark beschädigte Wegekreuz wurde 1986 restauriert. In diesem Zustand präsentiert es sich auch heute noch. 

Der vierkantige hohe Schaftfuß geht nach etwa 50 cm in den schlanken Schaft über, der sich nach oben bis zum Kapitell verjüngt. Auf dem Kapitell steht die Errichtungsjahres zahl 1809. Darunter befindet sich folgende merkwürdige Inschrift:

DIS K H G L M Z E G

Der Heimatforscher Jakob Meyer (s. u.) hatte dafür möglicherweise die richtige Erklärung gefunden:

DIS (ES) KREUZ HAT G(Anfangsbuchstabe des Errichtes) LASSEN MACHEN ZUR EHRE GOTTES

Das ursprünglich hohe Abschlußkreuz ist schon seit langer Zeit verschwunden, daher hat man bei der Renovierung ein vollkommen neues hergestellt und auf das Kapitell gesetzt. Ferner wurden die Bruchstellen ausgebessert, so dass der heutige Zustand als gut bezeichnet werden kann.

Quellen: Text, Foto und Zeichnung (11.10.1986): Lothar Monshausen, Bitburg )

Jacob Georg Meyer: „Wegekreuze und Bildstöcke im Kreis Bitburg“ – Kreuz Nr. 122, Bibliothek Haus Beda